Simbabwe wird von extremem Wetter heimgesucht und führt eine dreifache Klimaschutzpolitik ein

Tonderayi Mukeredzi

Simbabwe hat ein Trio von Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht, um das Land widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen und seine internationalen Klimaschutzversprechen einzuhalten.

Eine kinderfreundliche Klimapolitik soll Schulkinder über den Klimawandel aufklären und klimafreundliche Praktiken wie den Schutz von Wäldern und Feuchtgebieten und den breiteren Einsatz emissionsarmer Technologien fördern.

Eine neue “Climate Smart Agriculture Policy” stellt sicher, dass Landwirte und landwirtschaftliche Berater klimafreundliche Anbaumethoden anwenden.

Und die erste nationale Klimapolitik des Landes zielt darauf ab, Simbabwe dabei zu unterstützen, die rechtlichen Strukturen zu schaffen, die erforderlich sind, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Versprechen zur Emissionssenkung im Rahmen des internationalen Pariser Abkommens einzuhalten, sagte Washington Zhakata, Direktor für Klimamanagement im Ministerium für Umwelt, Klima und Wasser.

 

Anpassung an weniger Wasser

Tirivanhu Muhwati, Klimawissenschaftler im Ministerium für Umwelt, Klima und Wasser, sagte, die nationale Politik werde sich ebenfalls stark auf die Anpassung an den Klimadruck konzentrieren, da die meisten Gemeinden des Landes ländlich sind und von der Landwirtschaft abhängen, zumal sich die Dürren verschärfen.

“Die Politik zielt darauf ab, die Anpassung zu fördern, weil wir als Entwicklungsland nur begrenzte Möglichkeiten haben, die Emissionen zu mindern oder zu reduzieren. Denn im Vergleich zu den Industrieländern sind wir nicht allzu sehr industrialisiert”, sagte er.

Etwa 80 Prozent der Landbevölkerung Simbabwes sind von einer Landwirtschaft abhängig, die auf regelmässige Regenfälle angewiesen ist. Das macht sie sehr anfällig für extreme Wetterbedingungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel, sagte Umwelt-, Wasser- und Klimaminister Oppah Muchinguri Kashiri bei der Einführung der politischen Maßnahmen in diesem Monat.

Die meisten der klimawirksamen Emissionen Simbabwes stammen aus der Verbrennung fossiler Energieträger, dazu Emissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion sowie aus der Abfallentsorgung und industriellen Prozessen.

Die neue Klimaschutzpolitik soll  dazu beitragen, die Emissionen unter anderemder Industrie, der Energieerzeuger und der Landwirtschaft zu senken.

Muhwati beschrieb die kinderfreundliche Klimapolitik als eine Version der nationalen Klimapolitik, die den Schülern helfen soll, Fragen des Klimawandels zu verstehen und auch klimafreundliche Praktiken bei jungen Menschen zu fördern.

Die Climate Smart Agriculture Policy soll Universitätsprofessoren und landwirtschaftliche Berater dabei unterstützen, aktuelle Informationen über landwirtschaftliche Praktiken auszutauschen, die die Bauern in die Lage versetzen, den Klimabedrohungen – von zunehmender Dürre bis hin zu Überschwemmungen – besser entgegenzuwirken.

“Sie zielt darauf ab, die Art und Weise, wie wir unsere Landwirtschaft betreiben, zu verändern. Der beste Weg, dies zu tun, ist durch unsere landwirtschaftlichen Hochschulen und Universitäten”, sagte Muhwati.

 

Umsetzung im Alltag

Peter Makwanya, Dozent an der Zimbabwe Open University, ist sicher sicher, dass alle drei politischen Maßnahmen dem Land helfen könnten, den Klimawandel besser zu bewältigen – aber nur, wenn sie auch tatsächlich umgesetzt werden.

“Eine klimaschonende Landwirtschaft ist eine noble Idee, wenn sie gut genug umgesetzt wird, aber dies ist ein Bereich mit vielen Herausforderungen, wenn man bedenkt, wie unser Land landwirtschaftliche Aktivitäten verwaltet, überwacht und umsetzt”, sagte er.

“Alle drei Maßnahmen können das Land voranbringen, wenn sie richtig umgesetzt werden – aber Simbabwe ist sehr gut in der Formulierung von Plänen und sehr schlecht in der Umsetzung”, betonte er.

Zhakata fügt jedoch an, dass sich die neue Politik von der bisherigen Politik unterscheidet. Er hofft, dass ein Wandel einsetzt und sei es nur, weil so viele Menschen jetzt erkennen, dass der Klimawandel ein Problem ist und wirksame Maßnahmen erforderlich sind, um sich ausreichend anpassen können.

Shephard Zvigadza, Vorsitzender der Climate Change Working Group-Zimbabwe, einer zivilgesellschaftlichen Organisation, glaubt, dass Simbabwe nachhaltige finanzielle und technische Unterstützung benötigen wird, um sich an den wachsenden Klimadruck anzupassen.

Die nationale Regierung hat angekündigt, einen Nationalen Klimafonds einzurichten, der 10 Prozent des nationalen Budgets zur Finanzierung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Eindämmung von Emissionen verwendet. Das Geld würde auch die Bemühungen unterstützen, Mittel aus internationalen Klimafonds zu gewinnen.

Zuerst veröffentlicht von der Thomson Reuters Foundation. Zum englischen Originalbeitrag.

 

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