Porträt: Esther Katete, Jungunternehmerin in Uganda

Die meisten ländlichen Haushalte in Uganda haben keinen Zugang zu Strom. Das traditionelle Stromnetz kann diese Haushalte niemals versorgen: Zu teuer und aufwändig wäre eine Verkabelung aller Hütten. Dezentrale Solartechnik ist aber in der Lage, sauber und zuverlässig Strom zur Verfügung zu stellen.

Esther Katete hat nach Ihrem Marketingstudium zunächst bei einer internationalen Solarfirma gearbeitet, die in Uganda tätig ist. 2015 verließ sie das Unternehmen und gründete zusammen mit einer Partnerin ihr eigenes Solarunternehmen: SunTap Ltd. Als Grund führt sie an, dass Sie die Lebenssituation in dörflichen Gemeinden verändern möchte, indem sie dort eine zuverlässige Stromversorgung bietet. “Ich weiss, wie es ist, wenn man ohne Strom aufwächst und nur auf Kerzen und Kerosinlampen angewiesen ist”, sagt Esther. Weil ich diese Erfahrung habe, empfinde ich auch die Verantwortung, dazu beizutragen die Situation zu verändern.

Gefragt nach der denkwürdigsten Erfahrung als Solarunternehmerin, antwortet Esther ohne zu Zögern: Die Einweihung der Solaranlage auf dem Gesundheitszentrum in Mpuunge (Mukono Distrikt): “Es ist einfach befriedigend zu sehen, dass die dortige Hebamme nun in der Lage ist, Mütter sicher zu versorgen, weil sie nicht mehr mit Fackeln und Kerzen arbeiten muss, sondern Solarlicht zur Verfügung hat.”

Seit 2017 ist Esther Teil des Netzwerks SENDEA – ein Netzwerk lokal geführter Solarunternehmen der Stiftung Solarenergie. “Die Aufnahme in dieses Netzwerk war ein großer Schritt vorwärts, weil ich nun Teil einer Gruppe bin, Erfahrungen austauschen kann und nicht mehr als Einzelkämpferin agieren muss.”

Die fünf Ugandischen Unternehmer des Netzwerks haben inzwischen eine gemeinsame Einkaufsfirma gegründet. Ihr Ziel: 8.000 Haushalte bis Mitte 2018 mit Strom versorgen. Dazu kommen Landwirte, die mittels solarer Wasserpumpen eine verbesserte Ernte erzielen.

 

 

Print Friendly, PDF & Email