Lesenswert: Jason Hickel, Die Tyrannei des Wachstums

 

Es gibt viele Bücher, die sich kritisch mit Entwicklungshilfe beschäftigen. Aber das Buch des Dozenten der “London School of Economics” sticht unter ihnen heraus. Aus zwei Gründen:

  • Hickel stammt aus Swasiland, studierte in New York und ging dann als Entwicklungshelfer für World Vision nach Indien und Swasiland. Er selbst spürte, wie er schreibt, den “Kick der Entwicklungshilfe” – und begann sich doch nach einiger Zeit zu fragen: Warum hat es letztlich nichts gebracht?
  • Hickel vergrößerte dann seinen Blickwinkel: von einzelnen Projekten auf die gesamte Art, wie wir uns als Industrieländer mit Afrika beschäftigen. Er entlarvt die der Entwicklungshilfe zugrunde liegende Annahme als Mythos, wonach die Länder der südlichen Erdkugel unsere Hilfe benötigen, weil sie sich einfach noch nicht entwickelt hätten.

Hickel schreibt zu Beginn seines Buches: Im Verlauf meiner Forschungen “lernte ich, dass das, was uns über reiche und arme Länder erzählt wurde, nicht die ganze Wahrheit ist. Eigentlich sind die uns vertrauten Erklärungen beinahe das genaue Gegenteil der Wirklichkeit. Dort draußen gibt es eine ganz andere Geschichte, wenn wir denn nur bereit sind, sie zu hören. Sie wird unsere Sicht der Welt völlig verändern. Sie wird unsere Meinung über die Ursachen von Armut verändern. Sie wird verändern, wie wir über Fortschritt denken. Sie wird sogar verändern, wie wir über unsere eigene Zivilisation denken, über unseren alltäglichen Lebensstil und darüber, wie die Welt in Zukunft aussehen sollte.”

Am Ende der Lektüre seines Buches weiß man: Hickel hat nicht zu viel versprochen.

 

Bibliographische Angaben:

Jason Hickel, Die Tyrannei des Wachstums: Wie globale Ungleichheit die Welt spaltet und was dagegen zu tun ist

432 Seiten, Gebunden
dtv Verlagsgesellschaft 2018
ISBN: 978-3-423-28163-8
Preis: 28,00 €

 


 

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