Genozid an den Herero und Nama: Heiße Debatte in Namibia, kein Thema in Deutschland

Deutsche Welle

Seit fast drei Jahren verhandeln Deutschland und Namibia über die Aufarbeitung des Kolonialgenozids an den Herero und Nama. In Deutschland kriegt das kaum jemand mit, in Namibia wächst dagegen die Wut.

Dabei galten sie mal als wichtiges Prestigeprojekt: Nach einer harten Debatte im In- und Ausland räumten Politiker aller großen Parteien in Deutschland ein, dass sich Deutschland für den Völkermord in der früheren Kolonie “Deutsch-Südwestafrika” entschuldigen müsse. Zehntausende Herero und Nama kamen dort zwischen 1904 und 1908 ums Leben.

Dafür wartet Namibia noch immer auf eine Entschuldigung. Im aktuellen Koalitionsvertrag findet sich dazu kein Wort. Anfragen an das Auswärtige Amt werden mit den immer gleichen Standardsätzen beantwortet. Die beiden Positionspapiere mit den detaillierten Forderungen aus Namibia und dem Angebot aus Deutschland sind geheim. Wann sich die Delegationen treffen, bleibt ebenso unklar wie die Ergebnisse der Verhandlungsrunden – mehr als eine kurze Pressemitteilung folgt auf die Treffen nicht. Die Folge: In Deutschland nimmt von den Verhandlungen kaum jemand noch Notiz. Kritiker glauben, dass die Bundesregierung das Thema auf die lange Bank schieben will.

Vollständiger Beitrag: Deutsche Welle

 

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