Die städtische Mittelschicht kann dem ländlichen Afrika eine Rettungsleine bieten

Thin Lei Win | Thomson Reuters Foundation

Bild: IFPRI

Der Aufstieg einer städtischen Mittelschicht in weiten Teilen Afrikas schürt die Nachfrage nach Nahrungsmitteln, was in ländlichen Gebietenden die Armut  lindern könnte.

Laut dem Jahresbericht des International Food Policy Research Institute (IFPRI) sorgt eine wachsende Mittelschicht mit höherer Kaufkraft für einen Anstieg der Nachfrage nach Lebensmitteln – und das mit einer interessanten Wendung.

Ousmane Badiane, IFPRI Africa Director verdeutlicht dies: “Die Mittelschicht fragt nicht nur nach importierten Lebensmittel, wie Wein und Käse, sondern wünscht auch traditionelle Grundnahrungsmittel. Aber sie wollen sie nicht auf traditionelle Weise essen.”

Dies habe eine große Zahl kleiner Agrarunternehmen hervorgebracht, die solche Lebensmittel verarbeiten, verpacken und verteilen – und damit Arbeitsplätze und Möglichkeiten für Kleinbauern schaffen, fügte er hinzu.

Im Senegal führten neue Verarbeitungstechnologien zu einem Wachstum bei kochfertigen und verzehrfertigen Hirseprodukten und machten den jahrelangen niedrigen und rückläufigen Konsum des gesunden, glutenfreien Getreides rückgängig, so der Bericht.

Auch die einheimischen Marken von verarbeiteten lokalen Milch- und Getreideprodukten seien inzwischen in Ghana, Mali und Tansania stark vertreten, so das Unternehmen.

Dieser Sektor wird wahrscheinlich weiter wachsen, mit Prognosen, dass die meisten traditionellen Grundnahrungsmittel wie Hirse und Maniok innerhalb von 20 Jahren in verarbeiteter Form konsumiert werden würden, sagte Badiane.

Die Verwirklichung solcher Chancen erfordere eine Technologie und Finanzierung, die es den Einheimischen ermöglichen würde, innovativ zu sein und im Wettbewerb zu bestehen, sagte er. Es müssten auch Investitionen in den ländlichen Gebieten sowie der Zugang zu Energie und Telekommunikation erfolgen.

Download des (englischen) Reports von IFPRI: Global Food Policy

Zuerst veröffentlicht von der Thomson Reuters Foundation. Zum englischen Originalbeitrag.

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